grantiges Kind

Richtig – falsch

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Soll ich jetzt meinem Kind die bequemen Schuhe anziehen oder doch die Gummistiefel? – „Zieh Dir was Gescheites an. Draußen ist es kalt!“ – Was soll ich zum Essen kochen, damit es schmeckt? – Soll ich die Jacke mitnehmen oder doch lieber daheim lassen? – Wird sich mein Kind freuen, wenn ich ihm den Apfel aufschneide, oder will es abbeißen?

Was ist richtig, was ist falsch?

Bei mir kamen immer wieder die Gedanken auf, ob ich alles richtig mache bei der Erziehung der Kinder. Ich bin Vater von zwei Söhnen und habe nie eine Fortbildung „Kinder richtig erziehen!“ besucht. Ich habe mich auf meine Intuition und Erfahrungen verlassen. So kam bei mir z.B. die Entscheidung auf, dass die Gummistiefel die bessere Wahl sind. Diese Entscheidung habe ich dann durchgezogen. In der Trotzphase der Kinder ging es dann oft mit Tränen und Gezeter vonstatten diese Entscheidung durchzusetzt. Das war einfach nur Stress, für mich, wie für die Kinder. Abgesehen von der Zeit, die man sich „gestritten“ und länger gebraucht hat. Diesem Stress wollte ich mich und meinen Kindern nicht mehr aussetzen. Ich habe einen Coach, wie Natalie, um Rat gefragt, mich beraten lassen und dadurch mein Leben drastisch erleichtert.
Bei dem Gespräch wurde mir die Frage gestellt, ob ich schon einmal meine Kinder gefragt hätte? Eine ganz klare Frage, die bei mir sehr viele Gedanken losrissen. Gedanken wie: „Kann ich die Verantwortung meinen Kindern geben?“, „Können sie das entscheiden?“, „Wissen sie was sie wollen?“. Die Antworten ließ ich im Raum stehen, beantwortete sie für mich also nicht. Ich ließ mich auf das Experiment „Ausprobieren“ ein.

Bei der nächsten Gelegenheit fragte ich einfach meine Kinder. „Willst Du die Gummistiefel oder Deine Lieblingsschuhe anziehen?“ Als Antwort kam: „Darf ich auch die Sandalen anziehen?“ Da wurde mir klar, was hier eigentlich läuft: Ich gebe eine Entscheidung vor: Gummistiefel – Lieblingsschuhe. Mehr Schuhauswahl ist bei mir nicht in Erwägung gezogen worden. Der Mensch gegenüber, hier mein Sohn, hat jedoch eine klare Vorstellung, mit welchen Schuhen er auf die Straße gehen will. Es sind die Sandalen! In meinem Denken hat sich etwas ganz klar verändert.

Wenn ich jetzt Probleme in der Entscheidungsfindung habe, frage ich einfach nach. Ein Dreijähriger weiß ganz genau was er z.B. anziehen will. Und warum nicht einmal das Experiment machen und das Kind im Winter ohne Schuhe vor die Türe gehen lassen? Es hat die gleichen Empfindungen wie ein erwachsener Mensch, nur einfach nicht die Erfahrungen. Ich finde es viel stressfreier das Kind die Erfahrungen selbst sammeln zu lassen, als es mit Argumenten zu überzeugen. Ist es nicht auch eine Erfahrung für die Eltern, wenn das Kind ohne Schuhe im Kindergarten ankommt? Die Schuhe können ja im Handgepäck mitgenommen werden. Wenn das der Wunsch des Kindes ist, keine Schuhe anziehen zu müssen, würde ich diesem Wunsch entsprechen. Diese Erfahrungen prägen und der Knirps hat das ganze Leben etwas davon.

Wenn die Frage aufkommt, was ich morgen kochen soll, frage ich einfach mein Kind. Es kann zwar dann gut möglich sein, dass es zum wiederholten Mal das gleiche Gericht gibt. Vielleicht kannst Du mit ein bisschen Verhandlungsgeschick zusammen mit Deinem Kind eine neue Kreation erarbeiten. Denn Fragen öffnen Möglichkeiten, Antworten verschließen sie.

Überall lauern Stolpersteine des täglichen Alltags, über die man fallen kann. Wenn man sich viel zu nah mit diesen Steinen befasst, sind es große Brocken. Wenn man allerdings den Blick von weiter oben auf diese Steine wirft, gleicht es einem geschotterten Weg. Ein Weg für die Entwicklung des Kindes. Begleiten wir unser Kind auf dem Weg in das Leben und stolpern nicht über die kleinen Entscheidungen des Alltags. So wird das Leben viel leichter und gibt jedem mehr Raum zur Verwirklichung.

Viele Grüße

Daniel

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