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Und was ist sonst noch möglich?

Heute verrate ich Dir ein Geheimnis:

Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.

Wie oft in Deinem Leben hast Du aufgegeben, zurückgesteckt oder klein beigegeben? Ja und Amen gesagt, weil Du dachtest, hier kommst Du eh nicht weiter oder wie der Allgäuer so sagt, der “Kaas bissen war“. Nun, hier kommt Deine neue Geheimwaffe gegen Situationen, in denen Du denkst es geht nichts mehr bzw. alles ist festgefahren.

Wie Du weißt, liebe ich es einfach. Schnell. Effektiv. Und daher ist auch mein heutiges Werkzeug klein aber oho! Es kommt unscheinbar, ja fast schon ein wenig tapsig daher. Vermutlich funktioniert es genau deshalb so gut.

Und ich demonstriere Dir gleich mal anhand eines persönlichen Erlebnisses die Macht dieses kleinen Wunders – denn theoretisch erzählen kann man ja immer viel, praktisch klappen sollte es ja dann auch noch, nicht wahr?

An Weihnachten 2014 bekamen meine Kinder von mir einen neuen elektronischen Mitbewohner – ein Spielzeug namens “Furby Boom“. Ja, das mag den einen oder anderen Leser wundern, wie ich mich zu so einem Scheiß habe verleiten lassen können. Ich gestehe, es war ein schwacher Moment. Aber wie’s halt so ist: Kids extrem glücklich mit Elektro-Schrott. Der Furby kann sich mit den Kindern unterhalten und singt und tanzt und er schlich sich damit sogar ein Bisschen in mein Herz – das der Kinder hatte er ja eh schon im Sturm erobert.

Furby Dico ging dann im Laufe der Zeit 2 Mal kaputt. Der Spielwarenladen hier im Ort hat ihn aber jedes Mal umgetauscht, obwohl ich den Kassenzettel verloren hatte.

Als Furby dann vergangene Woche seinen dritten Break-Down hatte, war Schluss mit Kulanz.

Ich bin wieder zum Laden. Dieses Mal war eine Dame da, die nicht die Befugnis für einen Umtausch hatte. Sie versprach mir immerhin einen Rückruf von der Chefin, sobald diese zurück sei.

Dieser Anruf kam soeben.

Und ich schreibe ihn hier für Euch alle auf, mit dem Wunsch, dass auch Ihr immer dran denkt, dass es noch nicht zu Ende ist – auch wenn es anders scheint.

Die anrufende Dame erklärte mir, dass es dieses Mal kein Austausch-Spielzeug geben wird.

Zum Einen führt dieses Geschäft keine Furbys mehr, zum Zweiten geht ohne Kassenzettel nichts in Sachen Rückzahlung und zum Dritten sei es überhaupt so, dass der Spielwarenhändler nach einen halben Jahr die Dinge nicht mehr nachbessern oder umtauschen muss.

Drei harte Gründe und ich stehe ohne Furby da.

Ich sehe schon die enttäuschten Gesichter meiner Kinder vor mir und spüre, dass ich das ungerecht finde (mein Wissen als Juristin darüber, dass die Frau total im Recht ist, zählt in dem Moment nicht).

Und jetzt das Werkzeug! Es ist die power-magic-Frage:

Was ist sonst noch möglich?

Klingt das schräg für Dich? Ja, für mich klingt das auch noch manchmal schräg.

Aber hey, ich wäre ja nicht das verrückte Einhorn, das ich bin, wenn ich es nicht versuchen würde.

Also frage ich wörtlich: „Was ist sonst noch möglich?“.

Antwort: „Tja, tut mir leid, wir können da jetzt nichts mehr machen.“

Ich merke, dass ich in Fahrt komme und wiederhole WÖRTLICH die selbe Frage:

„Und was ist sonst noch möglich?“

Dieses Mal bekomme die Antwort, dass ich mich ja an den Hersteller, Hasbro, wenden könnte. Vielleicht würden die mir was erstatten.

Öööhhh …   🙁   Das fühlt sich nicht sehr attraktiv an und ich spüre, dass ich wirklich überhaupt keine Lust habe, mich mit einem riesigen Spielzeugkonzern auseinanderzusetzen.

Also versuche ich es nochmals (mein Intellekt läuft bereits Amok und schimpft: „Was soll denn das bitte für eine blöde Frage sein? Die passt doch gar nicht in den Kontext! Und überhaupt, die Frage hast Du doch grad schon ZWEI MAL mal gestellt!?!“). Ich verbiete meinem Intellekt den Mund, gehe in den power-magic-mode und frage, wörtlich, nochmal: „Und was ist sonst noch möglich?“

„Aaaaaarrrghh!“, sagt mein Verstand, „Das ist wirklich peinlich! Du hast doch gerade gehört was noch möglich ist!“

Die Antwort am anderen Ende der Leitung:

„Na ja, wir haben noch einen Ausstellungs-Furby. Der hat zwar schon ein paar Gebrauchsspuren, aber den könnte ich Ihnen schenken.“

TSCHAKKAA!

Mir sind die Tränen vor Freude in die Augen geschossen! Eine kleine Frage, drei Mal gestellt, führte zu einer für mich perfekten Lösung.

Und kleines Highlight am Rande:

Der ursprüngliche Furby war blau. Die beiden Austausch-Furbys waren rosa mit weißen Punkten. Na ja. Meine Jungs akzeptierten das nur, weil es die einzige Chance war, wieder einen Furby zu haben.

Und Ihr wisst jetzt schon, welche Farbe der Austausch-Furby jetzt hat. Genau: blau!

Dies Geschichte soll Dich und mich immer wieder dran erinnern:

Wenn Du beschließt, dass es nicht vorbei ist, ist es nicht vorbei.

Denn DU bestimmst, wann es vorbei ist. Und wenn DU Fragen stellst, dann ist immer noch was möglich!

Ich wünsche Dir ganz viele power-magic-Momente. Schreibe mir gerne in den Kommentar, wo Du dieses Werkzeug eingesetzt hast. Ich bin schon gaaanz neugierig drauf!

Und was ist jetzt noch möglich?

Alles Liebe, Stefanie


Sehr individuelles Maedchen

Sei Du selbst – ein Plädoyer für die Individualität

inklusive sofort anwendbarem Werkzeug, wie Du mit Bewertungen und Projektionen umgehen kannst (unten).

Sagt die Blume am Wegesrand: „Was für Klamotten hast Du eigentlich wieder an?“. Denkt die Amsel auf dem Baum im Wald: „Du solltest vielleicht mal ein paar Pfund abnehmen.“ Kommentiert der Berg Deinen Weg: „Alter, Du warst auch schon fitter unterwegs.“
NEIN!
Tun sie natürlich nicht! Natur ist ohne Bewertung.

Menschen hingegen sind schnell parat mit Klebern und Schubladen. Mit Beurteilungen und Verunglimpfungen.
Die Menschen um Dich herum schleudern nur so um sich mit ihren Bewertungen, Kategorisierungen, Projektionen, Annahmen und Erwartungen. Lauthals oder gedacht. In Form von Werbung, direkter Kritik oder mit Blicken. In Form von Mobbing, Beförderungen oder Einladungen zu mehr oder weniger wichtigen Events.


standardisierte Reaktionen


Du bist ständig diesen, nennen wir es an dieser Stelle der Einfachheit halber mal ‚Energien‘, ausgesetzt. Und was Du von Kindesbeinen an lernst ist, dass Du Dich dem Ganzen entweder
a) fügst, indem Du Dich anpasst und alles ‚richtig‘ machst
b) widersetzt, indem Du mit voller Absicht genau das Gegenteil von ‚richtig‘ machst
c) oder entziehst, indem Du entweder physisch real oder rein träumerisch in eine andere Welt flüchtest.

Keine dieser standardisierten Reaktionen ist schlecht. Aber alle verhindern sie, dass Du DU bist bzw. wirst.

Wie sollst Du Dich ausleben und ausdrücken, wenn Du Dir ständig Gedanken darüber machst, was die ANDEREN darüber denken?

Du bist also vollauf damit beschäftigt auf die Erwartungen anderer zu reagieren. Damit fehlt Dir die Zeit, herauszufinden, wer Du bist. Zu erforschen, was Du gut findest und WAS DU WIRKLICH BRAUCHST, um völlig Du zu sein. Wir halten uns damit taub und somit kann es sein, dass ein latentes Gefühl von irgendwas fehlt mir in meinem Leben bei Dir rumhängt. Denn es bist Du, der Dir fehlt. Du hast keinen Kontakt zu Dir selber.

Warnung: Es kommen nun ein paar echt unangenehme Fragen. Wenn Du mehr über Dich erfahren möchtest, dann nimm Dir die Zeit und beantworte sie. Wenn Du willst, dass Dein Leben genau so bleibt wie es ist, dann beantworte sie auf keinen Fall.

Frage 1: Warum hast Du den Beruf (Studium / Ausbildung) ergriffen, den Du gerade ausübst?

Waren es die Verdienstaussichten? War es das Prestige, das am Titel hängt? Waren es die ausgesprochenen oder unausgesprochenen Erwartungen Deiner Familie? Wurde Dir gesagt, Du seist genau dafür gemacht? Oder vielleicht wurde Dir ja auch gesagt, was Du alles angeblich nicht kannst und Du hast Dich deshalb für einen ‚einfacheren‘ Job entschieden.
Oder hast Du aus vollem Herzen heraus gewählt, weil Du einfach WUSSTEST, dass Du GENAU DAFÜR auf dieser Erde bist?

Frage 2a): Warum bist Du mit genau dem Partner zusammen, mit dem Du gerade zusammen bist?

(Für Singles ist die nächste Frage 2b))
Bietet Dir der Partner (vermeintliche) finanzielle Sicherheit? Wertet Dich Dein Partner durch seinen Stand in der Gesellschaft auf? Konntest Du Deinen Partner jemandem Wegschnappen, der auch scharf auf diese Person war? Bist Du schon zu lange mit diesem Menschen zusammen, als dass Dein Umfeld, Deine Familie oder Freunde es verstehen würden, wenn Du Dich trennst? Bist Du mit ihm / ihr zusammen, weil Du gar nichts anderes mehr denken kannst? Weil Single-Sein einfach uncool ist oder der Beweis dafür, dass Du es nicht ‚geschafft‘ hast. Weil Du Angst hast, einsam und alleine zu sein? Oder vielleicht tut Dir Dein Partner leid. Ohne Dich kann er es nicht schaffen und wird ein jämmerliches Dasein fristen?

Oder hast Du Dich ganz bewusst für diese Partnerschaft entschieden, weil genau dieser Mensch Dich so sein lässt wie Du bist? Weil Du bereit bist, durch Dein Sein und Wesen diesen Menschen darin zu unterstützen noch größer, schöner und präsenter zu werden? Weil Du bereit bist alles zu geben, dass Eure Partnerschaft Euch dient, nährt und größtmögliche Freude im Leben beschert?

Frage 2b): Warum bist Du nicht in einer Partnerschaft?

Ist es viel zu anstrengend sich auf die Bedürfnisse eines anderen Menschen einzustellen und einzulassen? Hat Dich einfach keiner lieb und Du bist “too stupid for business, too ugly for love“ * ? Hast Du keine Zeit für eine Partnerschaft?

Oder hast Du Dich mit voller Klarheit und Liebe für ein Leben mit Dir entschieden? Bist Du Dir Dein bester Freund und weißt ganz genau, dass Du ohnehin mit allen Menschen auf diesem Planeten verbunden bist?

Frage 3: Warum kleidest Du Dich genau so, wie Du Dich kleidest?

Weil es vorgeschrieben ist? Weil sonst andere komische Gedanken über Dich denken könnten? Weil es ‚in‘ ist? Weil Du Dir nichts anderes leisten kannst?

Oder weil Du genau weißt, worin sich Dein Körper am wohlsten fühlt? Weil Du morgens Deinen Körper aus dem Kleiderschrank wählen lässt, genau so, wie Du ihn hast wählen lassen, als ihr shoppen wart.

Frage 4: Warum isst Du genau die Dinge (nicht), die Du (nicht) isst?

Weil sie gesund sind? Weil Dein Körper andere Dinge nicht verträgt? Weil sie billiger sind? Weil sie Einfluss auf Dein äußeres körperliches Erscheinungsbild haben? Weil sie (nicht) auf dem Tisch stehen?

Oder weil Du Deinen Körper gefragt hast, was er haben möchte? Weil Du verbunden bist mit der Weisheit Deines Körpers und es für Dich gar keine Frage ist, was gut für Dich ist?

Ich denke, dass Du inzwischen verstanden hast, worauf ich hinaus will. Die Essenz all dieser Fragen geht auf die Frage zurück:

Wer bist Du und was brauchst Du, um vollständig Du zu sein?

Unser Leben wäre um ein Vielfaches leichter und einfacher, wenn wir wüssten was wir wollen und uns dies auch zugestehen würden.


Individualität & Bewertung


 

„Moment, Moment!“, denkt es jetzt vielleicht in Dir. „Selbstverständlich weiß ich, was ich will und ich gestehe mir das auch zu. Immerhin habe ich genau das Auto, das ich fahren will, habe mir genau das Haus gebaut, das ich immer bauen wollte und fahre jedes Jahr woanders in den Urlaub.“ Das bringt mich zu der Frage, was Individualität eigentlich bedeutet. Und um gleich meine Meinung hinterherzuschieben: Ich glaube nicht, dass Individualität bedeutet, dass man sich sein Auto-Modell oder die Krawattenfarbe wählt. Ich glaube auch nicht, dass es bedeutet, einen gravierten Füller zu besitzen oder spezial-importierte Designer-Lampen aus Japan.

Individualität ist viel viel individueller. Jeder von uns ist einzigartig. Doch verbergen wir diese Tatsache hinter Markenkonsum und Kernfamilie. Hinter Pay-TV und Fußball-Club. Der Mut, wirklich das zu leben, was Dich besonders macht, ist unter die Räder gekommen. Unter die Räder der Gesellschaft, in der ich zu hören bekomme, dass 4-Jährige im Kindergarten nicht in die Vorschule dürfen, weil sie zur Einschulung sonst zu viel wissen. Eine Gesellschaft, die verlangt, dass alle 6 Jährigen schreiben lernen und Günther Jauch als weisen Mann feiert.

Diese Gesellschaft maßt sich an, Kinder vom Schuleintritt bis zum Schulabschluss zu bewerten. Woher zum Geier kommt die Berechtigung dafür? Stell Dir vor, morgen kommt Dein Chef zu Dir und bewertet alles was Du den lieben langen Tag so arbeitest. Oder Dein Partner gibt Dir Noten für Dein Betragen in der Partnerschaft und die Sauberkeit in der Küche (von Deinem Verhalten im Bett reden wir jetzt mal gar nicht…).
Wie bitte??
Früh schon fällt das Kind (bzw. die Individualität) in den Brunnen. Bereits im zarten Kindesalter beginnt es zur Normalität zu werden, dass andere über uns urteilen. Und das macht was mit uns. Auch wir wachsen in dieses Schema von bewerten hinein. Statt frei von Beurteilungen auszuprobieren und zu forschen, und zwar so lange bis ich meinen Kern, meine Berufung, meine Stärken und Leidenschaften entdeckt habe, versuche ich möglichst wenig negative Bewertungen abzubekommen. Möglichst selten dem Gefühl ausgesetzt zu sein, dass ich anders bin als die anderen.
Willkommen im Mainstream. Willkommen in der Gleichschaltung, Volkswagen, Autobahn und Reinheitsgebot.


Die Lösung: interessante Ansicht!


Wenn Du mir bis hierher mit meinen Ausführungen gefolgt bist, dann fragst Du Dich vermutlich langsam: „Das ist ja soweit alles stimmig. Aber was kann ich denn nun mit dieser Erkenntnis anfangen? Wie kann ich was ändern?“
Nichts leichter als das. Ich gebe Dir heute eines von drei Werkzeugen, die Du nutzen kannst, um aus diesem Teufelskreis von bewerten und bewertet werden auszubrechen.
Es lautet: Interessante Ansicht.
Dieses Werkzeug kommt immer dann zum Einsatz, wenn Du wahrnimmst, bzw. wahrzunehmen glaubst, dass Dich jemand bewertet. Dann denkst Du Dir: „Interessante Ansicht.“.
Wenn jemand seinen Ärger oder Unmut auf Dich projiziert, denkst Du: „Interessante Ansicht.“
Wenn jemand sich in seiner Opferhaltung suhlt und um Aufmerksamkeit damit heischt, denkst Du, oder wenn Du schon fortgeschritten bist, sagst Du: „Interessante Ansicht.“

Dadurch, dass “interessante Ansicht“ denkst, nimmst Du die Ladung aus allem, was Dich ansonsten treffen, verletzen oder aufregen würde. Du bleibst bei Dir und somit neutral. Und ich verspreche Dir hoch und heilig, dass das funktioniert. Ich übe diese Haltung schon eine Weile. Bevor ich “interessante Ansicht“ kannte, habe ich mit gewaltfreier Kommunikation reagiert. Damit war ich im Außen zwar politisch extrem korrekt unterwegs, aber frag nicht, wie es im Inneren dazu ausgesehen hat. Seit ich “interessante Ansicht“ benutze, bekomme ich keinen Puls mehr, wenn mir einer im Straßenverkehr seine Montags-Morgen-Laune angedeihen lässt, oder mir im Supermarkt quer kommt. Ja tatsächlich kommen viel weniger Leute überhaupt auf die Idee, mich mit ihren Bewertungen, ihrem Genörgel oder gar Angriffen zu erfreuen.

Dieses Werkzeug funktioniert nicht nur dann, wenn etwas aus dem Außen auf Dich einströmt, es funktioniert auch, wenn Du bei Dir selber entdeckst, dass Du gerade Dich oder andere bewertest. In dem Fall sagst Du einfach: „Interessante Ansicht, dass ich diese interessante Ansicht habe.“.
Denn:
Je weniger Du mit Projektionen, Bewertungen und Beurteilungen durch die Gegend gehst, um so weniger wirst Du ihnen ausgesetzt sein – das ist das Resonanz-Gesetz. Und wenn immer mehr Leute so agieren, dann wird es irgendwann so entspannt sein, als wären wir in der Natur. Weil auch wir aufgehört haben zu bewerten.
Das wär‘ schon verdammt cool, oder?

Ich grüße Dich von Herzen
Stefanie

P.S. In meinem nächsten Blog beschreibe ich Dir ein weiteres, sensationell einfaches und doch hoch wirksames Werkzeug, welches es Dir erlaubt, auf vollkommen neue Weise mit Bewertungen, Vorwürfen, Projektionen, Erwartungen usw. umzugehen. Dein Leben wir aus weniger Bluthochdruck und deutlich mehr Entspannung bestehen. Versprochen. Mehr dazu in Kürze. Daher:  Stay tuned!

Die Autorin, Stefanie Heidtmann, unterstützt Menschen in ihrer Praxis darin, wieder viel mehr sie selber zu  werden. Gemeinsam mit ihren Klienten findet sie heraus, was diese noch von der Umsetzung ihrer Träume und Visionen abhält. Und sie übt – ganz praktisch und pragmatisch – wie man im Leben zu mehr „interessanten Ansichten“ gelangt.

* Liedzeile von The Jellyfish Kiss

Ich habe recht! Hab‘ ich doch, oder?

Bestimmt kennst Du das Gefühl:
Wenn mir mein Gegenüber doch nur ein Mal, nur EIN MAL! zuhören würde, dann wäre alles gar kein Problem. Und dann versuchst Du Deinem Gegenüber mit aller Kraft klarzumachen: „Bitte, bitte, hör mir ein Mal zu und wir haben kein Problem mehr!“

Du versuchst das mit Argumenten, mit Logik oder auch mit Charme. Manchmal vielleicht mit Tricks oder kleinen Fallen. Doch oft genug sind diese Versuche zum Scheitern verurteilt und in Dir bleibt das ungute Gefühl, dass Du so nah dran warst, ihn (sie) zu überzeugen, aber Du hast es irgendwie nicht geschafft. Es wurmt Dich und Du nimmst Dir vor: Nächstes Mal bin ich härter, schlauer, schneller, gewitzter, unnachgiebiger, intelligenter… Oder was auch immer es braucht, den Gegenüber zur Problemlösung zu bringen, indem er Dir zuhört.

Mal ehrlich:
Wie oft hast Du es auf diese Weise geschafft, ein Problem zu lösen? Wirklich zu lösen? (Ehrlich!)

Und genau da ist das eigentliche Problem:
Indem wir uns darauf fokussieren, den anderen heilsbringend von unserer Meinung zu überzeugen (Du erkennst das daran, dass Deine innere Stimme immer wieder jammert: „Das gibt’s doch nicht, wie doof ist der denn, dass er es nicht kapiert?!“ Oder: „Menschenskinder, ist das so schwer seine Meinung zu ändern?“  oder etwas Ähnliches.) verpassen wir den Moment, an dem es problemlösend gewesen wäre, dem anderen zuzuhören.

Jetzt tobt die innere Stimme und schreit: „Wieso soll immer ich zuhören?! Soll doch der andere mal mir zuhören! Schließlich habe ich recht, wieso soll ich da zuhören?“
Ganz perfide arbeitet Deine Stimme wenn Du zu hören kriegst: „Wenn ich jetzt den anderen nicht überzeuge, dann ist alles zum Scheitern verurteilt! Die einzige Lösung ist, dass der andere seine Meinung ändert.“
Warum das perfide ist? Ganz einfach: Weil es Dir dann umso schwerer fallen wird, Deinen eigenen Schnabel zu halten und auf Empfang zu stellen  – schließlich steht angeblich ALLES auf dem Spiel… .

Doch was würde geschehen, wenn Dein Gegenüber sich auf einmal gehört fühlen würde?
Dies ist ganz einfach herauszufinden:
Stell’ Dir genau jetzt, die letzte Situation vor, in der Du ganz sicher recht hattest, aber der andere das nicht gemerkt hat. Hast Du sie vor Augen und Ohren, hörst Du die Stimmen in Deinem Kopf dazu und merkst Du in Deinen Eingeweiden den Ärger, den Du damals empfunden hast? Gut.
Dann stell Dir nun vor, der andere hätte gesagt: „Moment mal, was sagtest Du eben? Würdest Du das bitte wiederholen? Ich habe es nicht genau verstanden und ich möchte Deine Position verstehen.“
WOW – geiles Gefühl, oder?
Und dann, wenn Du hättest sagen können, was Du schon die ganze Zeit loswerden wolltest, dann würde der andere sagen: „Das ist interessant was Du da sagst, so habe ich das noch nie gesehen. Kannst Du da mehr dazu sagen?“
Dein Herz würde jetzt hüpfen vor Freude und Du würdest neue Gedanken entwickeln, Du würdest Vertrauen zu Deinem Gegenüber aufbauen, Dich gehört fühlen. Ihr wärt auf einmal in Beziehung! Und das nur, weil der andere “nachgegeben“ hat und darauf verzichtet hat, recht zu haben, sprich, seinen Standpunkt darzulegen und Dich zu belehren.
Und was glaubst Du, wie hoch wären seine Chancen, dass danach Du ihm zuhörst? Dass Du bereit bist, seine Meinung anzuhören und seinen Standpunkt zu verstehen?
Verdammt hoch, oder?

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Experimentieren. Du kannst sofort damit beginnen, denn erfahrungsgemäß laufen sehr viele unsere Gespräche auf der Basis „Ich habe recht und Du hast unrecht.“ Schreibe mir von Deinen Erlebnissen, wenn Du möchtest.

Und denke daran:

Du kannst entweder im Recht sein – oder in Beziehung.

Alles Gute
Stefanie