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Schlafwandler

„Jetzt ned. Jetzt ned. Jetzt nemme.“ Oder: Leider vorbei

Jetzt ned. Jetzt ned. Jetzt nemme. Diese Sätze sind sehr traurige Sätze. Sie lauten, aus dem Schwäbischen (meiner Muttersprache) übersetzt:

Nicht jetzt. Nicht jetzt. Jetzt nicht mehr.

Was daran traurig sein soll? Viele von uns denken, sprechen und leben den ersten Satz fast jeden Tag im Zusammenhang mit Lebenszielen, Träumen, Vorhaben.

Wie lange sagst Du Dir schon: „Jetzt nicht.“ und denkst Dir dabei: „Später.“?

Später:

  • Wenn mehr Geld auf dem Konto ist.
  • Wenn die Kinder laufen können / trocken sind / aus dem Haus sind.
  • Wenn der Job sicherer ist.
  • Wenn ich in der Rente bin.

Wann, verdammt noch mal, willst Du anfangen zu leben?!

Ich kenne so viele Geschichten aus meiner Coaching-Praxis, die mir so ans Herz gehen. Wie die der 42-Jährigen. Sie wollte immer Kinder, wenn die Karriere sicher war. Mit 41 Jahren war es so weit. Sie hörte auf zu Verhüten und wurde innerhalb kürzester Zeit schwanger.
Dachte sie. Doch das Ausbleiben der Regel war nicht auf eine Schwangerschaft zurückzuführen. Sie war medizinisch ungewöhnlich früh in die Wechseljahre gekommen.
Jetzt nemme.

Oder der Mann, der immer davon schwärmte, wie er auf die Azteken-Ruinen in Mexiko klettern wird. Ein Buddler, Hobby-Forscher und Reiseliebhaber. Mit 35 waren die Kinder zu jung. Mit 45 war er zu sehr im Job eingebunden. Mit 55 wollte er noch die paar Jährchen auf die Rente warten und mehr sparen, damit die Reise richtig wuppte. Dann wartete er auf seine Tochter, die erst Mal studieren wollte. Und mit 67 machte sein Herz schlapp. Ja, er lebt noch. Aber nach Mexiko kann er nicht mehr reisen. Jetzt nicht mehr.

Wahrscheinlich kennst auch Du viele von diesen Geschichten. Und wie viele davon schreibst Du selbst?
Du erkennst sie am Geschwisterpaar Hätti und Wenndi.

  • Hätt‘ i mehr Zeit, ja dann würde ich  …
  • Wenn die Umstände anders sind, dann …

Immer wenn Hätti und Wenndi Deine Gedanken führen, dann bist Du in Ausreden, und Geschichten leben Dein Leben.
Das ist traurig. Und es ist arrogant.
Dir wurde dieses prachtvolle, kräftige Leben gegeben und Du verplemperst den Tag, den Augenblick, Deine Kraft und Deine Fähigkeiten damit, zu verschieben und zu prokrastinieren.

Schicke Hätti und Wenndi in die Wüste. Bitte um Unterstützung für Deine Pläne. Krieg‘ den Arsch hoch und fang an. Heute. Jetzt.

Wie sagte treffend schon H.T. Buckle:

Der größte Feind des Fortschritts ist nicht der Irrtum, sondern die Trägheit.

Alles Gute für Deine Pläne, die ab heute realisiert werden.
Stefanie

Imperfekt - der Weg zum Glück

Imperfekt: Als Sieger gegen Stress vom Platz

Es gibt ein, vielleicht nicht geheimes aber auf alle Fälle selten genug beachtetes Prinzip für alle Menschen, die als Sieger gegen Stress vom Platz gehen wollen. Es ist das “lieber erledigt als perfekt-“ Prinzip.

Perfektionisten:

Lassen die Mittagspause schon auch mal dafür sausen, dass in ihrer Power-Point-Präsentation wirklich alle Elemente sauber, aufs Pixel genau angeordnet sind.
Packen ihre Koffer, und sei es nur für ein 2-Tages-Meeting, so akribisch, dass es am Abend vor dem Abflug doch wieder 01:30 Uhr wird, bis sie ins Bett kommen.
Putzen am Samstag selber ihre eigene Wohnung, trotzdem sie gutverdienende, Vollzeit-Berufstätige sind, um sicher zu stellen, dass auch im Bad porentiefe Reinheit herrscht und selbst unter dem Wasserhahn kein Kalkfleckchen mehr ist.

Der Preis dafür:

80% Lebenszeit. 80% Freizeit. 80% Spaß.

Denn:
Mit 20% Aufwand schaffen wir es, 80% des gewünschten Ergebnisses zu erhalten*. Dementsprechend brauchen wir für die restlichen 20%, welche das Ergebnis hundertprozentig – und somit perfekt – machen würden, 80% Einsatz.
Die letzten 20% sorgen für die meiste Arbeit, den meisten Aufwand, den größten Stress.

Das bedeutet, wenn Du etwas perfekt machen willst, dann steckst Du da enorm viel Zeit und Energie rein. Und versagst Dir dadurch womöglich eine Menge Entspannung und freie Zeit.

Deine Pflicht

Das heißt NICHT, dass Du nicht Dein Bestes geben sollst!!

Ich bin z.B. sehr froh, wenn der Chirurg, der mich operiert, für die letzten 20% der nötigen Schnitte, volle 80% Einsatz gibt und mich somit 100%-ig gut behandelt. Oder wenn der Mitarbeiter meine Telefonanbieters nochmals und nochmals dranbleibt, um zu klären, warum mein Internet so lahm ist. Dass mein Bäcker mit all seiner Achtsamkeit drauf achtet, dass das Getreide wirklich Bio ist, das er bestellt hat und dann super-leckere Semmeln draus backt, das finde ich großartig

Sondern das heißt, dass es Deine Pflicht ist herauszufinden, wo Dein Feld der Expertise ist. Wo werden Deine Gaben gebraucht? Worin bist Du richtig gut? Und da gibst Du alles. Einhundert volle Kanne Prozent. Mit Freude und Enthusiasmus, mit Herzblut und Hingabe.

Deine Freiheit

Aber wenn es nur darum geht, wer zu sein, wer Du nicht bist oder vorzuspielen irgendwie zu sein, wie Du nicht bist, dann lass‘ es doch bei 80% gut sein.
Spare die viele Zeit, die Du ins Perfektionieren von Dingen steckst, die mit 80% völlig ausreichend sind. Dann wird weniger (Einsatz) zu mehr (Zeit, Geld und Energie).

Erledigen Ja, Perfektionismus Nein.

Unten findest Du eine Liste, die Du zur Inspiration hernehmen kannst, wo Du mal Fünfe gerade sein lassen könntest.

Genieß‘ Deine Zeit!
Alles Gute
Stefanie

* 80 / 20 Regel nach Vilfredo Pareto, Ingenieur, Ökonom, Soziologe

Hier die kleine Liste, was alles in Deinem Leben mit 80% gut sein kann und nicht hundertprozentig sein muss:

  • Dein Make-Up und Deine Frisur – musst Du wirklich 1 Stunde früher aufstehen, um Dich diesen Dingen zu widmen?
  • Der Sauberkeitszustand Deiner Wohnung – lade Freunde ein, die DICH besuchen wollen und nicht kommen, um den Zustand Deiner Wohnung zu checken.
  • Der Gepflegtheitsgrad Deines Gartens – Scheiß auf die Meinung der Nachbarn. Bienen brauchen Blüten, damit wir Honig haben und die gibt’s nur, wenn Du nicht andauernd Rasen mähst.
  • Das Gewicht Deines leiblichen Körpers – wenn Du dir angewöhnst, Dich GENAU SO wie Du bist toll zu finden, dann ist es völlig gleichgültig, dass Du Über- oder Untergewicht hast. Wieviel Zeit und schlechte Gedanken kannst Du Dir damit ersparen!
  • Deine Urlaube –  entspanne Dich in den Moment, statt Dich drüber aufzuregen, dass Hühnchen am Buffet schon wieder aus ist.
  • Dein Auto – Gepflegt? Gerne. Staub-, dreck-, schlieren-, krümelfrei? Eine Ilusion. Oder 80% Zeitaufwand jeden Samstag. Du hast die Wahl.
  • Deine Klamotten – rechne mal nach, wie viel Zeit, Geld und Gedanken Du damit verbringst, dass Du den Style repräsentierst, den die Leute an Dir sehen sollen, damit sie denken, Du bist cool, anständig, trendy, locker, wertebewusst usw. 80% reichen locker, um einen ersten Eindruck zu vermitteln und den Rest gleichst Du einfach mit Deinen inneren Werten aus.

Desweiteren:

Deine Website, Dein Handy, Deine Elektronik, Deine Musik-Sammlung, Dein Highscore, Deine Möbel, Deine Geburtstags-Partydekoration, Deine Emails.

Teile doch mit mir und anderen unten in den Kommentaren, was ab heute bei Dir mit 80% lieber erledigt als perfekt sein darf.

Ganz herzliche Grüße

Stefanie

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