einzigartige Kinder

Wie wir einzigartige Kinder kriegen

… und wie wir es tagtäglich sabotieren.

Wie oft hast Du heute Deinem Kind schon gesagt, dass es

  • einzigartig
  • super
  • großartig und was ganz Besonderes ist?

Und es auch so gemeint?

Wir wünschen uns Kinder, die ihre eigenen Meinung haben und auch vertreten. Wir wünschen uns Kinder, die stark sind und sich nicht unterkriegen lassen. Weder von Lehrern noch von anderen, “doofen“ Kindern.

Wir wollen Kinder haben, die „Nein!“ sagen, wenn der nette Onkel auf dem Spielplatz Gummibärchen verteilt oder anbietet, das Kind mit dem Auto mal schnell zur Schule oder nach Hause zu fahren.

Lebendige, farbenfrohe, lustige Kinder.

Warum machen wir unsere Kinder klein, mundtot und stromlinienförmig?

Warum um alles in der Welt, setzen wir dann den lieben langen Tag alles daran, sie klein zu machen? Mundtot. Stromlinienförmig und grau?

Whhhoooohaa, das ist eine krasse Aussage, die ich hier treffe, ich weiß.

Aber gib mir noch ein paar Zeilen, die Dir erklären, wie ich zu dieser Aussage komme und auch dazu, wie wir es besser machen können.

Also wie komme ich jetzt auf die Idee, Du würdest Dein Kind mundtot, stromlinienförmig, klein und grau machen?

Ich möchte Dir zwei Beispiele aufzeigen, in denen genau das passiert:

1. Dein Kind erzählt einer anderen Person etwas aus seinem Leben. Statt zuzuhören beginnst Du, Dein Kind zu korrigieren. Vielleicht nur ein ganz kleines Bisschen. Aber Du korrigierst es. Schließlich soll es alles ganz richtig erzählen.

Was damit passiert ist, dass Du von Deiner Energie her folgende Nachrichten in den Raum holst:

  • Mein Kind kann nicht selbständig erzählen. Es braucht meine Hilfe.
        • Mein Kind ist zu doof, Inhalte komplett wieder zu geben. Ich kann das, also mache ich es für mein Kind.
        • Ich habe Angst, dass mein Kind Dir Dinge erzählt, die nicht wahr sind. Also sorge ich dafür, dass die ganze Wahrheit auf den Tisch kommt. Ich schütze Dich, dritte Person, vor der Fantasie meines Kindes.
Und jetzt fühle mal rein. Das fühlst sich richtig beschissen für alle Beteiligten an, oder?

2. Dein Kind hat Kind hat einen Fehler gemacht. Bei den Hausaufgaben, im Sportverein oder einfach nur im zwischenmenschlichen Umgang mit Freunden oder Nachbarn. Statt den Fehler mit Deinem Kind zu besprechen, und nach der Ursache zu suchen, warum es so und nicht anders gehandelt hat, führst Du Dein Kind vor.

Zum Beispiel so:

        • Du erklärst dem Nachbarn, dass Dein Kind oft so unmöglich ist und dass jetzt endlich Konsequenzen folgen werden.
        • Du (be-)schimpfst Dein Kind vor den anderen Personen. Womöglich mit Kraftausdrücken und Drohungen.
        • Du gibst Dich als stets bemühte Mutter aus, lässt aber durchblicken, dass Dein Kind echt die totale Nervensäge (wahlweise der totale Loser, die volle Zicke oder überhaupt das anstrengendste Kind unter der Sonne) ist.

Du bist nicht an der Seite Deines Kindes, als sein Ritter der Schutz gibt, sondern Du machst Dich vor allen anderen Menschen zu seinem Henker.

Vielleicht nur ein ganz ein kleines Bisschen. Vielleicht nur “so zum Spaß“. Aber doch tust Du es.

Spür‘ einfach mal, was für eine Energie Dich jetzt durchströmt, wo Du diese beiden Beispiele gelesen hast. Und fühle, was es mit Dir und Deinem Kind macht. Es sät Misstrauen.

Misstrauen säen

Dein Kind misstraut Dir, vielleicht eher unbewusst als bewusst. Weiß es doch nie, wann Du ihm wieder in den Rücken fällst. Und noch viel schlimmer: Das Kind beginnt sich selber zu misstrauen.

Wenn ein Kind aus dem Munde seiner Mutter hört, wie sie zu jemanden anderem sagt:

„Mein Kind ist so _______ (setze hier mal ein, was Du gerne zu anderen sagst).“ dann hört es das und kauft es Dir Stück für Stück ab.

Deine Absicht war es vielleicht, dass Dein Kind doch bitte aufhört damit

        • eine Zicke
        • ungehorsam
        • laut
        • schlampig
        • frech … zu sein.

Doch statt mit Deinem Kind darüber zu reden, welches zweifelsohne der richtige Adressat für diese Nachricht wäre, versuchst Du über Bande zu spielen. In der Hoffnung, es möge sich doch wie durch Zauberhand ändern. Alles was Du damit produzierst ist aber Misstrauen.

Das Kind tritt ja nicht an mit dem Gedanken: „Ui. Heute werde ich mal allen zeigen wie schlampig ich sein kann.“, oder mit dem Gedanken: „Hihihi, ich werde der Mami zeigen, dass ich die größte Zicke vor dem Herrn bin und alles was ich will, ist ihr das Leben schwer zu machen.“.

Da würdest Du mir doch zustimmen, oder?

Nein, für das Kind sind seine Verhaltensweisen einfach nur normal. Angeboren. Ein Ausdruck seines Wesens.

Wir, die Erwachsenen, die Kultur und die Sozialisierung machen es falsch dafür. Und schon weiß das Kind nicht mehr, wie es sich selber vertrauen soll. Es fühlt, dass es so und so IST aber Mama und Papa sagen, es soll ANDERS SEIN. Wie kann auf der Basis einer solchen Doppelbotschaft Selbstvertrauen wachsen? Es sät Zweifel, Selbstzweifel und die nagen am Selbstbewusstsein.

Zwei magische Tricks

Ich verrate Dir in diesem Blog zwei magische Tricks, wie Du es verhinderst in diese Falle zu tappen.

Ein erster Trick ist es, herauszufinden, was für eine Qualität denn in dem Tun Deines Kindes steckt.

Ich gebe Dir Beispiele:

Dein Kind ist ein Lügner. Lügt es wirklich oder erzählt es wunderbare Geschichten? Ist es eine tolle Gabe, die Dein Kind hat? Fantasie ohne Grenzen.
Dein Kind ist zickig. Ist es zickig oder ist es – im Gegensatz zu Dir – ganz klar in der Lage zu äußern, was es will und was es nicht will? Kann es sich gut abgrenzen?
Dein Kind ist schlampig. Ist Dein Kind ein Scanner-Typ? Scanner-Typen sind ständig auf der Suche nach neuem Input. Was interessiert mich mein Spiel von vor einer Stunde?
Dein Kind ist zu langsam in der Schule. Kann es sein, dass Dein Kind mit dem zum Teil völlig sinnfreien Stoff des klassischen Lehrplanes einfach nichts anfangen kann und es deshalb eine natürliche Abwehr dagegen hat, diesen Müll zu lernen?

Vielleicht steht es in seinem Interessenfenster auch an ganz anderer Stelle, als der Lehrplan das gerade vorsieht.

Dein Kind ist verträumt / zerstreut. Wie sehr gestehst Du Deinem Kind zu, Kind zu sein? Eine Qualität des Kindseins ist es, in jedem Moment des Lebens in mindestens 3 Welten gleichzeitig zu sein. Warum einfordern, dass es in der Welt ist, in der sich die anderen gerade aufhalten?
Dein Kind ist aggressiv. Wurde Dein Kind gehört? Oder versucht es sich durch die Aggression einfach nur Gehör zu verschaffen? Mangelt es an anderen Werkzeugen, wie ausgefeilter Sprache oder Wortschatz oder Geschwindigkeit. Würde es Dich nicht auch wütend machen, wenn niemand Dir zuhört?

Ich gebe mit diesen Beispielen nur einige Impulse, wie Du umdenken kannst. Jedes dieser Szenarien wäre einen eigenen Blog wert. Melde Dich gerne bei mir, wenn Dich ein Thema ganz besonders interessiert.

Was ich damit sagen will ist das:

Jeder von uns, also auch Du, kommt mit ganz tollen, einzigartigen Fähigkeiten auf die Welt. Sobald diese Fähigkeit aber nicht ganz so gut in den Mainstream, den Lehrplan oder die Meinung der Nachbarn passt, wird sie beschnitten.

Es ist schlimm genug, dass Lehrer und Erzieher dies tun. Aber dass wir es als Eltern auch noch machen, grenzt meiner Meinung nach an Missbrauch.

Es ist missbräuchlich mein Kind nicht als das Individuum zu feiern und zu stärken, als das es zu mir gekommen ist. Nur weil ich ein Problem damit habe, dass mein Kind anders ist.

Warum ist es denn anders? Weil noch (fast) alle mitspielen bei dem Spiel “Lass uns so tun, als ob wir alle gleich wären und die gleichen Bedürfnisse hätten“.

Würden alle Eltern in ihren Kindern die magischen kleinen Einhörner zu entdecken bereit sein, die sie sind, dann gäbe es mächtig viele tolle Menschen auf diesem Planeten. Burnout wäre Geschichte. Kriege gehörten der Vergangenheit an. Ebenso die ungleiche Behandlung und Bezahlung von Mann und Frau. Weil einfach jeder Mensch das wäre, was er am besten sein kann: Nämlich er selbst.

Und genau das ist auch schon der zweite Trick: Sieh‘ in Deinem Kind das, was es wirklich sein will, was es wirklich kann und will.

Das könnte erfordern, dass Du Dich in manchen Situationen gegen die Stromlinie wendest und schräge Blicke aushalten musst.

Ich kenne das gut. In meiner Familie haben wir seit die Kinder klein sind etabliert, dass wenn sie kalte Füße haben, ziehen sie Socken an. Vorher nicht. Zu meinem Erstaunen trugen meine Kinder seit sie 2 Jahre alt sind (heute sind sie 5 und 9) fast nie Socken. Auch nicht im Winter. Meine Kinder sind weniger krank als andere Kinder. Ob das mit den Socken zu tun hat, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass sich mein Vater (der Opa der Kinder) so sehr darüber aufregt, dass ich meinen Kindern erlaube ständig barfuß zu sein, dass er mal fast drei Stunden vor Groll nicht mit mir geredet hat.

Außerdem erlaube ich meinen Kindern viele Dinge in puncto Ernährung, Elektronik-Spiele, selbständiges Erforschen ihnen unbekannter Gebiete usw die andere Leute den Kopf schütteln lassen. Neulich beschimpfe mich meine Nachbarin als völlig unverantwortlich, weil ich meinen Kids erlaube, sich so auf dem Trampolin zu bewegen, wie sie wollen. Also auch Purzelbäume und Salti. Ich vertraue darauf, dass auch ihre Körper wissen, was sie können und grundsätzlich nicht auf der Erde sind, um zu sterben.

Viele Menschen sehen das anders. Das ist o.k. für mich. Ich habe mich entschieden meinen Kindern zu vertrauen und die vorwurfsvollen Blicke und die gehässigen Kommentare nicht persönlich zu nehmen.

Wo führt das hin?

Zu zwei absolut einzigartigen Kindern. Die satt im Leben stehen und klarer sind als viele Erwachsene die ich kenne.

Kinder, die mit so viel Vertrauen aufwachsen, können Dir in Deinem Leben mannigfaltig Beitrag sein.

Zum Beispiel damit, dass es keine Diskussion gibt, wenn es mal keine Diskussion gibt.

        • Wer kennt das nicht: Es ist zeitlich knapp und Dein Kind fängt das diskutieren an. Nerven blank. Wenn Du der Partner Deines Kindes bist, dann wird es in den Momenten, wo es drauf ankommt, Deine Nachricht hören und mitmachen. Oder anders ausgedrückt: Wenn Du Deinem Kind nicht ständig in den Rücken fällst, dann hat es auch kein Interesse daran, in solchen Momenten Dir in den Rücken zu fallen und es wird mitmachen. Ich schwöre es. Ich sehe es bei meinen Kindern und den von vielen Klientinnen.
        • Oder Du steckst fest in einer Situation. Dann kannst Du Dein Kind um Rat fragen. Wenn es sich selber vertraut und darauf vertrauen kann, dass Du ihm Gehör schenkst, dann ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten für Feedback. Und Du wirst überrascht sein, wie treffsicher schon 6-Jährige Situationen analysieren können.
        • Auch genial ist es, dass Deine Kinder schnell reagieren, wenn sie sich tatsächlich mal daneben benehmen. Es braucht keine Schimpftiraden vor großem Publikum. Du nimmst das Kind auf die Seite und sprichst kurz mit ihm. Braucht keiner mitbekommen. Und die Situation wird sich sofort ändern, weil Dein Kind Dir beitragen will. Immer.

Und hier möchte ich für heute zum Ende kommen mit der Aufforderung:

Überlege Dir, was ist das absolut Einzigartige, Geniale, Tolle an Deinem Kind und dann sage es ihm. Täglich, am besten mehrmals und auch und gerade dann, wenn es Mist gebaut hat. Und ganz wichtig: Meine es so, wie Du es sagst. Ohne wenn und aber und ohne Bedingungen!

Du wirst sehen, es ist wie Magie!

Ganz, ganz viel Freude mit diesen Ideen und schreibt mir gerne in die Kommentare, was Ihr dazu denkt!

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Eure
Stefanie

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