Zuhören

Würdest Du mir jetzt BITTE mal zuhören, Schatz?

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Wie oft hast Du das Gefühl: Mein Mann hört mir einfach nicht zu?
Nicht, wenn Du ihm sagst, er soll doch bitte seine Schuhe aufräumen.
Nicht, wenn Du ihn darum bittest, das kaputte Spielzeug der Kinder zu reparieren (bevor sie so alt sind, dass sie eh nicht mehr damit spielen).
Und vor allem dann nicht, wenn Du ein Thema anschneidest, welches Ihr aus Deiner Sicht gaaanz dringend mal sprechen solltet. Dann scheint er oft ganz weit weg zu sein.

Hier kommt die gute Nachricht: Hier habe ich eine Anleitung für Dich, aus der Sicht eines Mannes, wie Du das ändern kannst.
Als erstes möchte ich hier mal eine Annahme in den Raum stellen, auf der mein Beitrag hier beruht. Die lautet:

Dein Mann versteht Dich nicht!

Warum ich diese Annahme so frech treffe? Nun, weil sie zumindest bei mir stimmt. Heute, drei Jahre nach der Trennung von meiner Ex-Frau weiß ich, was schief gelaufen ist. Ich will jetzt nicht von meinem Beitrag am Scheitern unserer Ehe ablenken. Aber heute plaudere ich aus dem Nähkästchen und verrate, was sie hätte beitragen können, damit es (vielleicht) anders gekommen wäre.
Den größten “Fehler“ (ich nenn‘ das jetzt einfach mal so), den sie gemacht hat, ist:
Sie hat mir nicht genügend klare Informationen über sich gegeben.
„Wie?“ denkst Du Dir jetzt vielleicht „Das kann ich mir kaum vorstellen, dass sie nichts gesagt hat?“
Doch, doch, gesagt hat sie sogar sehr viel, aber Informationen haben mir trotzdem gefehlt. Ganz genau da liegt auch der Unterschied, auf den ich heute hinaus will.
Ich gebe ein Beispiel:

Du sagst vielleicht: „Immer wenn ich nach Hause komme, stehen Deine Schuhe im Eingang. Ich hab gar keinen Platz für die Sachen der Kinder. Heute, als ich vom Einkaufen kam, war es ganz schlimm. Da standen nicht nur Deine Sportschuhe, sondern auch noch Deine Büroschuhe da. Und das, obwohl Du doch einen so schönen Schuhschrank danebengestellt hast.“
WAS WILLST DU DAMIT SAGEN?
Kennst Du die KISS-Regel? Wenn Du ihm etwas sagen willst, sag` es ihm in der „KISS-Sprache“. KISS bedeutet so viel wie „Keep it simple and smart“. Also halte die Aussage so einfach und schlau wie möglich. Baue um Deine Kernaussage keine endlose Geschichte und Du erreichst uns Männer.

Sage uns doch ganz einfach:

„Es macht mich wütend, wenn Du Deine Schuhe im Eingang stehen lässt! Bitte räume sie in den Schrank.“

Das ist eine Aussage, die alles beinhaltet. Sie trifft klar und deutlich das, was Du sagen willst. Auf diese Weise kannst Du uns Männern jegliche Informationen geben und wir versteht sie. An diesem Satz gibt es keine Interpretationsmöglichkeit.
Der größte Wunsch von uns Männern ist es eine Partnerin zu haben, die wir unterstützen können.
Dazu müssen wir wissen, was ihr denkt, was euch wütend macht, woran ihr Freude habt. Um ein Verständnis für eure Arbeit im Haushalt oder im Beruf zu bekommen, fehlen uns meist die Informationen. Schlichte Informationen.
Bei mir war es so, dass meine Frau selbständig war und nebenbei auch noch promovierte. Ich weiß heute, dass es ihr sehr wichtig war, genug Zeit für diese Dinge zu haben. Damals allerdings fühlte ich mich eher so, als würde sie in mir einen Feind sehen, der sie nicht versteht und gegen den sie kämpfen muss, damit sie genug Zeit für ihre selbständige Arbeit hat. Sie gab mir nur häppchenweise Informationen und oft auch zeitlich sehr knapp. Sie dachte vielleicht: „Je länger ich nichts sage, um so weniger redet er mir rein.“ Ich hingegen fühlte mich hilflos und als Springer. Ich hatte keine Ahnung, was sie warum plante. Ich fühlte mich dumm und ausgegrenzt.
Nach einer gewissen Zeit resignierte ich und trat damit selber in das nächste Fettnäpfchen: Themen die mir wichtig waren, sprach ich von mir aus auch nicht mehr an. Unsere Kommunikation war fast auf dem Nullpunkt des gegenseitigen Verständnisses angelangt.
Hätte sie mir damals klar gesagt: „Hör zu, das ist mir mega mega wichtig und ich plane das so und so.“, dann hätte sie sich in mir ihren größten Freund, Gönner und Unterstützer sichern können. Ich wäre gerne mit an Bord gewesen.
Denkst Du jetzt vielleicht: „Na ja, so was weiß man doch einfach.“ oder „Das hättest Du Dir doch denken können.“?
Meine Antwort lautet: Nein. Wir Männer sind einfach gestrickt. Wir machen uns wahrscheinlich allerhöchstens 25% der Gedanken, die Ihr Frauen Euch macht.

Das sieht dann so aus:
Du machst Dir Gedanken darüber, was Dein Partner denken könnte, wenn Du zum Beispiel wieder in die Arbeit gehst.
Ja, Du hast einen Kopf, mit dem Du denken kannst. Und jeder andere Mensch hat einen Kopf, mit dem er denken kann. Jetzt gibt es aber noch nicht die Möglichkeit, dass der eine Mensch denken kann, was der andere denkt!
Deshalb: Lass das einfach mit dem „…er könnte denken, dass…!“.

Wenn ihr Frauen wissen wollt, was Männer darüber denken, frag einfach danach!

Meiner Erfahrung nach ist einer der größten Wünsche vieler Männer, ihre Partnerin zu verstehen und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Viele Männer wollen eine starke, selbstbewusste Frau an ihrer Seite haben, die klar ausdrückt, was sie von ihrem Partner erwartet. Wir wollen uns nicht durch eine wirre Ansammlung an Informationen wühlen, die ihr im Laufe des Tages von Euch gebt. Ich kann es verstehen, dass ihr Frauen sehr viel geben wollt. Und da gehört es nun mal dazu, viel zu reden. Versteht aber auch, dass wir Männer nicht nach wichtigen Informationen suchen wollen.

Wenn Ihr uns an Eurem Leben teilhaben lasst, gebt uns präzise und klare Aussagen. Dies wäre zum Beispiel: „Ich würde gerne mehr arbeiten wollen. Wie können wir es möglich machen?“ Das ist eine klare Aussage Deines Wunsches und einer Frage, wie dieser Wunsch Wirklichkeit wird. Bei einem Mann wird sofort das Programm „Wie schaffen wir das?“ angeworfen, um Deinen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Mach bitte nicht den Fehler und begründe gleich aus dem schlechten Gewissen heraus, warum Du mehr arbeiten willst! Sollten uns Männern Fragen kommen, werden wir sie stellen. Das wird dann zu einer Konversation auf Augenhöhe führen. Ein Hören und Gehört werden!

Nun wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren. Falls Du Fragen hast, kannst Du sie mir gerne stellen!

Viele Grüße

Daniel

Daniel, 34, Papa von 2 Jungs (6 und 8) die zT bei ihm, zum Teil bei der Mutter leben.
Immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie das Leben leichter geht und noch mehr Freude bringt.

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